Pechvogel Nr. II: Die Krankenakte von Daniel Ginczek

Auch der zweite Pechvogel der Woche soll nicht zu kurz kommen. Denn nachdem Daniel Ginczek ohnehin schon fast die komplette bisherige Saison wegen eines Bandscheibenvorfalls verpasst hat, kommt es jetzt noch dicker: Der zweite Kreuzbandriss seiner Karriere. Die komplette Krankenakte:
Grafik: Die Krankenkate von Daniel Ginczek. Insgesamt fehlte er schon 491+ Tage.

Schon wieder Kreuzbandriss bei Ginczek – wie lange wird er fehlen?

Schockdiagnose für Daniel Ginczek: Gerade war Stuttgarts Stürmer nach einem Bandscheibenvorfall wieder ins Training eingestiegen, jetzt hat er sich das Kreuzband gerissen. Es ist der zweite Kreuzbandriss in seiner Karriere (nach 2013/14). Wie lange wird er fehlen? Die Daten:
Grafik: Pause mit Kreuzbandriss. Die Hälfte der Verletzten ist nach spätestens 214 Tagen wieder fit.

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Kreuzbandriss-Trend: Leichte Entspannung nach Horrorstart

Nichts diskutiert die Bundesliga in Sachen Verletzungen derzeit mehr als die Frage, ob die Spieler durch die hohe Spielfrequenz überlastet sind und dazu noch falsch trainiert wird. Deswegen verfolgen wir seit einigen Monaten, ob die Zahl der Verletzungen tatsächlich gestiegen ist – exemplarisch am Beispiel der Kreuzbandrisse.

Grafik mit Kreuzbandrissen: Die Anzahl 2014/15 ist zwar weiter gestiegen, aber nicht mehr so explosionsartig wie zu Saisonstart

Ruhe nach Rekordstart

Die neuen Daten zeigen: Nach Rekordstart in die Saison, was Kreuzbandrisse betrifft, hat sich die Lage etwas entspannt. Der Kreuzbandriss von Niklas Süle am Wochenende war zwar schon der neunte diese Saison – nach wie vor absoluter Rekordwert im Sechs-Jahres-Vergleich – die Kurve ist aber stark abgeflacht. Nach einer astronomischen neuen Rekordzahl an Kreuzbandrissen, wie noch vor einigen Monaten zu befürchten, sieht es Stand jetzt erst einmal nicht mehr aus.

Ist die Belastung einfach zu groß?

Trotzdem lassen die Zahlen einige Schlüsse zu: Der explosionsartige Anstieg zu Saisonstart könnte durch die Überbelastung durch die WM zustande gekommen sein – immerhin sind unter den Kreuzbandrissen zum Saisonstart mit Constant Djakpa und Javi Martínez zwei WM-Fahrer. Dazu kommen Spieler, die mit ihren Mannschaften in der Vorsaison international gespielt haben, etwa Sead Kolasinac.

Falsche Saisonvorbereitung?

Die zweite Möglichkeit: die Vereine haben in der Saisonvorbereitung falsch trainiert – das könnte erklären, warum die Anzahl der Kreuzbandrisse zum Saisonstart stark gestiegen ist, sich inzwischen aber wieder normalisiert hat. Wir werden die Zahlen auf jeden Fall weiterhin im Auge behalten.

Schon 5 Kreuzbandrisse: Neuer Trend?

Liegt es an der Überbelastung, den Nachwirkungen der WM-Strapazen oder sogar am modernen Plastikschuhwerk? Fakt ist: Die Bundesliga-Saison ist gerade mal zwei Spieltage alt und schon gibt es fünf Kreuzbandrisse. Wie war das in den vergangenen Jahren? Unsere Daten:

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Es zeigt sich: In den vergangenen fünf Spielzeiten gab es zu diesem frühen Zeitpunkt (1. September) bisher nie so viele Kreuzbandrisse.  Ob es sich aber wirklich um einen neuen beängstigenden Trend handelt, werden die kommenden Monate zeigen.

Kreuzbandrisse in der Bundesliga: Gibt es einen Trend?

Schon wieder hat es einen erwischt: Schalkes Sead Kolasinac fällt monatelang mit einem Kreuzbandriss aus. Twitter-User Marco Mingablog hat deswegen ebendort völlig zurecht die Frage aufgeworfen: Ist das noch normal? Oder nehmen die Kreuzbandrisse in der Bundesliga immer mehr zu – etwa durch Überbelastung der Spieler? Wir haben nachgeforscht – das sagen unsere Daten der vergangenen fünf Spielzeiten:
Anzahl der Kreuzbandrisse in den verganenen Bundesliga-Spielzeiten
Nun ist das natürlich eine zu schwache Basis, um gleich von einem ansteigenden Trend sprechen zu können. Vielleicht sind die 14 Kreuzbandrisse in der Vorsaison ja auch nur ein Ausreißer gewesen. Ob das tatsächlich so ist, wird die aktuelle Spielzeit zeigen müssen. Nur so viel: Mit Jan Moravek (Augsburg) und eben jetzt Kolasinac haben schon zwei Spieler in der noch jungen Saison ihr Kreuzband gerissen – zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr war es erst einer (Stendera von Eintracht Frankfurt).